Montag, 8. Oktober 2007

11 Riesen



Menschen mit Riesenwuchs aufgrund einer vermehrten Bildung von Wachstumshormonen tauchen auch heute noch in den Schlagzeilen der Boulevardpresse auf. Vor 100 Jahren zählten sie zu den Stars unter den „Abnormitäten“, die – wenn sie tatsächlich über „herausragende“ Körpermaße verfügten – allerdings oftmals nicht als Schaubudenattraktion in Erscheinung traten: Geschäftstüchtige Impressarios organisierten Tourneen durch Großstädte, wobei Panoptiken besonders häufige Auftrittsorte waren. Viele der berühmten Riesen wurden auch in Wachs nachgebildet und blieben so mitunter auch nach ihrem Tod in diesen Etablissements präsent.

Überdurchschnittlich große Menschen wurden aber natürlich auch in Jahrmarktsschaubuden gezeigt, wobei es die Rekommandeure mit Angaben hinsichtlich ihrer tatsächlichen Maße, ihres Appetits und ihrer Kräfte häufig nicht ganz so genau nahmen.
Um den Eindruck ihrer Körpergröße zu verstärken, trugen Riesinnen und Riesen oftmals hohe Kopfbedeckungen. Ihnen zur Seite gestellt war darüber hinaus oft ein Partner von eher geringer Körpergröße, womit die Wirkung auf das Publikum ebenfalls erhöht wurde.
Das gemeinsame Auftreten mit Liliputanern oder Zwergwüchsigen war schließlich die wirkungsvollste Möglichkeit, die „abnormen“ Körpermaße deutlich hervortreten zu lassen.
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(c) Stefan Nagel 2007

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