Mittwoch, 17. Oktober 2007

1 Einleitung



Ein sinnenbetörender Klangteppich ergoss sich über alle, die sich ins Vergnügungen eines Jahrmarkts zur Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende stürzten: Überall priesen Rekommandeure, lautstark unterstützt von Glocken, Pauken oder sogar kleinen Blaskapellen, die Weltwunder und einmaligen Sensationen der Schaubuden an. Vor den Kinematographen, Panoptiken und Karussells erklangen aus prachtvoll gestalteten Orchestrions die Melodien der neusten Gassenhauer. Bänkelsänger sangen herzzerreißende Moritaten zu den Klängen ihrer Drehorgeln. Hinzu kamen die unzähligen Verkäufer verschiedenster Leckereien, Souvenirs, Kurz- und Spielwaren, die mit heiserer Stimme für ihre Angebote warben.
Von der besonderen Atmosphäre früherer Volksfeste mit ihren zahlreichen so lautstark umworbenen Schaustellungen künden die alten Postkarten, die hier gezeigt werden, um etwas von diesem vergangenen „Kirmeszauber“ in unsere Zeit hinüberzuretten.
Es handelt sich vor allem um zwei Arten von Karten: Zum einen die farbenprächtigen, detailreichen Lithographien, die in großer Zahl auf den Jahrmärkten um die Jahrhundertwende verkauft wurden, zum anderen um Fotokarten als Souvenirs von Schaubuden-Attraktionen wie den zahlreichen „Kolossalweibern“.
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(c) Stefan Nagel 2007

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