Donnerstag, 4. Oktober 2007

15 Artistik



Die artistischen Darbietungen in Schaubuden, die unter „Theater“, „Circus“ oder „Varieté“ firmierten, waren oft von eher bescheidener Qualität. Zumeist setzte sich das Programm aus Kautschukakrobatik, Messerwurf, Seiltanz, Feuerspucken, Kleintierdressur, Schlangenvorführungen und Clownerie zusammen. Den werbewirksamen Anpreisungen der Rekommandeure kam auch hier eine besondere Bedeutung zu: Die Kautschukartistin wurde zur „Frau ohne Knochen“, der Feuerspucker zum „Unverbrennbaren“.
Darüber hinaus stellten die Budenbesitzer in der Werbung mehr oder weniger spektakuläre Reklamenummern groß heraus. Dies konnte eine Großillusion sein, ein Kraftathlet oder als besondere Attraktion „Gedankenleserei“.
Ganz gezielt wurde immer auch die Erotik zur Zuschauerwerbung eingesetzt, keine Parade, kein Programm ohne aufreizend bekleidete Artistinnen und Artisten. Bei den sehr verbreiteten „Lebenden Bildern“ trat dieser Aspekt recht offen in den Vordergrund und jedermann wusste, was es bei diesen „akademischen Kunstproduktionen“, der Nachbildung von Gemälden und antiken Skulpturengruppen durch leibhaftige Menschen, eigentlich zu bestaunen gab: Junge Frauen in eng anliegenden Ganzkörpertrikots…
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(c) Stefan Nagel 2007

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